Mehr Personal statt mehr Wochenend-Arbeit

Ein altes Sprichwort besagt: „Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.“ Was heißen soll: Manche Dinge gehen auf Dauer nicht gut. Und mit Sicherheit gilt das für die Wochenend-Arbeit bei uns im Werk.
Lange hieß es: Wochenend-Arbeit darf es nur in Ausnahmefällen geben – um Produktionsspitzen oder Maschinenausfälle zu überbrücken. Und heute? 6. Nachtschicht und Samstagsarbeit sind fast schon die Regel. Da diese jedoch nicht ausreichen, geht’s jetzt an die Sonn- und Feiertage.
Warum? Die vorgegebenen Stückzahlen sind aktuell nicht zu schaffen. Für den Arbeitgeber heißt das, in die Vollen zu gehen: zusätzlich zur Mehrarbeit, Wochenend-Modelle in einer Abteilung nach der anderen. – Statt mehr Personal einzustellen.
Das Gegenteil passiert sogar: Immer weniger Stammbeschäftigte, immer mehr Leiharbeiter. Hier die nackten Zahlen: 2007 gab es bei uns 3.200 Normal-Arbeitsplätze.
9 Jahre später sind es weniger als 2.500. Dafür werden im Werk über 500 Werkvertrags-Beschäftigte und mehr als 100 Leiharbeiter eingesetzt. Dazu noch weit mehr als 100 Ferien-Aushilfen.
Bei neuen Produkten wie der NAG3 Adapterplatte, für die wir unsere Ölpumpe abgeben sollen, wird ebenfalls bereits bei der Planung Personal abgebaut. Die Ölpumpe wurde mit 90 Kollegen gefertigt und die nachfolgende Adapterplatte nur noch mit 60. Fazit ohne KVP zu betrachten: 30 Kollegen eingespart.
Wir fordern:
• Keine Zustimmung von Wochenendmodellen und Mehrarbeit durch den Betriebsrat, bis der Arbeitgeber mit uns über umfangreiche Neueinstellungen verhandelt
• Für die Festeinstellung aller Leiharbeiter und somit gleicher Lohn für gleiche Arbeit
• Zurücknahme von Fremdvergaben — Insourcing

# Diesen und noch weitere Artikel findest du in unserer letzten Ausgabe Nr.51.

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>> STREIK IN BREMEN <<

Am Freitag, den 23. August ruhten die Bänder im Daimler-Werk Bremen. 3.000 Kollegen legten für 75 Minuten die Arbeit nieder. Sie folgten damit dem Aufruf der Vertrauenskörperleitung der IG Metall. Der Grund? Es war durchgesickert, dass der Vorstand weitere Auslagerungen plant. Bislang waren verschiedene Bereiche der Dienstleistung betroffen. Jetzt soll es zum ersten Mal zu „Outsourcing“ in der Produktion kommen. 90 Beschäftigte könnte es erwischen.
In der letzten Ausgabe der „Alternative“ berichteten wir: „Bis 2014 sollen bei Mercedes 2 Milliarden Euro „gespart“ werden.“ Wir fragten: „Droht eine Welle von Auslagerungen?
Allmählich verdichten sich die Anzeichen, dass Zetsche einen weiteren Teil der bislang von der Stammbelegschaft erledigten Aufgaben an Fremdfirmen vergeben will. Die Oberen sagen sich offenbar: „Von BMW lernen, heißt siegen lernen.“ Bei BMW Leipzig bilden die Leiharbeiter und Werkvertrags-Kollegen bereits die Mehrheit.
Jetzt ist bei uns in Marienfelde eines wichtig: Augen und Ohren offen halten. Wenn bekannt wird, dass auch hier Auslagerungen drohen, muss schnell reagiert werden: Die Vertrauenskörperleitung sollte dann – wie in Bremen – sofort eine Informationsveranstaltung durchführen. Der Betriebsrat sollte diese Frage dann zum Hauptthema auf der Betriebsversammlung machen – falls die Zeit drängt, kann auch eine außerordentliche Betriebsversammlung einberufen werden. Auch Aktionen vor dem Werkstor könnten helfen, um Druck zu machen.
Wichtig ist aber auch eines: Der Kontakt zum Bremer Werk. Überhaupt muss der Schulterschluss zu den anderen Daimler- Belegschaften gesucht werden. – Die „Alternative“ gehört zur „Daimler-Koordination“, darüber stehen wir auch mit Bremer Kollegen in Verbindung. Wer mehr über den Ausstand an der Nordseeküste wissen will, kann uns jederzeit ansprechen.

  • Für die Ausweitung der IGMetall-Kampagne gegen den Missbrauch von Werkverträgen! Gerade im Bundestagswahlkampf muss der öffentliche Druck verstärkt werden!
  • Für gemeinsamen, koordinierten Widerstand gegen Auslagerung, Leiharbeit und Fremdvergabe – organisiert durch die Gewerkschaft!

# Diesen und noch weitere Artikel findest du in unserer letzten Ausgabe Nr.43.