Die Ölpumpe geht – Welche Produkte bekommen wir dafür?

Wir haben die Produktion der Ölpumpe entwickelt. Hier bei uns in Marienfelde. 80 Arbeitsplätze hängen dran. Und jetzt? Ausgliederung? Fremdvergabe? Stellenabbau? Großes Rätselraten im Bau 22 und 24.
Was mit der Ölpumpe passiert, geht uns alle an. Sicher: Niemand wird entlassen. Aber: Die Zahl der Stammbeschäftigten sinkt weiter.
Dazu kommt: Es geht hier nicht um ein paar Schrauben. Es geht um ein wichtiges Produkt.
Die Kollegen fühlen sich verschaukelt. Jahrelang haben sie hart gearbeitet. Jetzt wird – ratzfatz – über ihre Köpfe hinweg entschieden.
Wenn wir aber ein wichtiges Produkt nach dem anderen verlieren, und wir keine vernünftigen und zukunftsorientierte Produkte bekommen, wird unsere Belegschaft immer geringer und unser Werk irgendwann in Frage gestellt. Ob uns unser „Prestige–“ oder „Hauptstadtbonus“ dann rettet? Wohl kaum.
Wenn man sich mal die Beschreibung der Werke im Internet durchliest, stehen wir mit der „Camtronic“ und als „Hightech Standort für CO2 optimierte Komponenten“ sehr spartanisch da. Beim vergleichbaren Hamburger Werk sieht das ganz anders aus. Dort wird mit „Elektromobilität, Achsen und Achselementen“ geworben, also Produkte die in veränderter Form auch im E-Motor genutzt werden können.
Dieter Zetsche gab in seiner Rede bei den „Grünen“ eine kleine Aussicht auf die Zukunft: „Es wird 3 Mrd. € in die Optimierung der Verbrennungsmotoren und 10 Mrd € in die E-Mobilität“ investiert.“ Was könnte das für uns in Berlin bedeuten? Soll es spezialisierte Werke geben? Also unser Werk z.B. für die Optimierung für Verbrennungsmotoren genutzt werden? Bekommen wir deswegen keine Bauteile etc. für Elektroantriebe? Und was passiert mit unserem Werk wenn keiner mehr „Verbrenner“ haben möchte?
Es stehen sehr viele Fragen und vor allem die Zukunft unserer Arbeitsplätze im Raum.

Wir fordern:
> Offenlegung der Zukunftspläne für unser Werk—Powertrainchef Hr. Deiß hat sicher dazu einige Antworten
> Statt Sonntagsreden benötigen wir einen gemeinsamen Dialog
> Keine Zustimmung zu Überstunden durch den Betriebsrat, um Druck zu machen für den Erhalt der Ölpumpe
> Produkte für die E-Mobilität fordern ! z.B. den Zusammenbau von E-Motoren oder der Fertigung von Komponenten wie z.B. dem E-Motor-Gehäuse

# Diesen und noch weitere Artikel findest du in unserer letzten Ausgabe Nr.52.

Advertisements

Mehr Personal statt mehr Wochenend-Arbeit

Ein altes Sprichwort besagt: „Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.“ Was heißen soll: Manche Dinge gehen auf Dauer nicht gut. Und mit Sicherheit gilt das für die Wochenend-Arbeit bei uns im Werk.
Lange hieß es: Wochenend-Arbeit darf es nur in Ausnahmefällen geben – um Produktionsspitzen oder Maschinenausfälle zu überbrücken. Und heute? 6. Nachtschicht und Samstagsarbeit sind fast schon die Regel. Da diese jedoch nicht ausreichen, geht’s jetzt an die Sonn- und Feiertage.
Warum? Die vorgegebenen Stückzahlen sind aktuell nicht zu schaffen. Für den Arbeitgeber heißt das, in die Vollen zu gehen: zusätzlich zur Mehrarbeit, Wochenend-Modelle in einer Abteilung nach der anderen. – Statt mehr Personal einzustellen.
Das Gegenteil passiert sogar: Immer weniger Stammbeschäftigte, immer mehr Leiharbeiter. Hier die nackten Zahlen: 2007 gab es bei uns 3.200 Normal-Arbeitsplätze.
9 Jahre später sind es weniger als 2.500. Dafür werden im Werk über 500 Werkvertrags-Beschäftigte und mehr als 100 Leiharbeiter eingesetzt. Dazu noch weit mehr als 100 Ferien-Aushilfen.
Bei neuen Produkten wie der NAG3 Adapterplatte, für die wir unsere Ölpumpe abgeben sollen, wird ebenfalls bereits bei der Planung Personal abgebaut. Die Ölpumpe wurde mit 90 Kollegen gefertigt und die nachfolgende Adapterplatte nur noch mit 60. Fazit ohne KVP zu betrachten: 30 Kollegen eingespart.
Wir fordern:
• Keine Zustimmung von Wochenendmodellen und Mehrarbeit durch den Betriebsrat, bis der Arbeitgeber mit uns über umfangreiche Neueinstellungen verhandelt
• Für die Festeinstellung aller Leiharbeiter und somit gleicher Lohn für gleiche Arbeit
• Zurücknahme von Fremdvergaben — Insourcing

# Diesen und noch weitere Artikel findest du in unserer letzten Ausgabe Nr.51.