Gesundheitsschutz – endlich anpacken!

In den letzten Monaten und Jahren hatten wir ständig Ärger: Zugluft und Klagen über Rückenbeschwerden, ölige oder stickige Luft, Reizung der Atemwege und Müdigkeit bei der Nockenfertigung, Aerosolbildung im Reinigungsprozess bei der Camtronic, mehrere Arbeitsunfälle (wie Handverletzungen) an der Maschine.

Diese Aufl istung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber sie zeigt eines: Probleme mit dem Gesundheitsschutz sind bei uns in Marienfelde ein Dauerbrenner. Auch bei den Baustellen kam es immer wieder zu berechtigtem Un-mut. Ein Beispiel: Gesundheitsgefahr durch Lack- und Verdünnerdämpfe in der Hallenatmosphäre, keine luftdichte Abtrennung der Baustelle vom Produktionsbereich in Bau 25. Wir hoffen, dass der Arbeitgeber daraus lernt. Denn: Die nächste Baustelle kommt bestimmt.

Höchste Zeit also für eine richtige Betriebsvereinbarung zum Gesundheitsschutz. Schutz-Maßnahmen, die schon beschlossen wurden, müssen sofort umgesetzt werden.

Dafür brauchen wir
● Druck aus der Belegschaft
● Eure Stimme bei der BR-Wahl

# Diesen und noch weitere Artikel findest du in unserer letzten Ausgabe Nr.45.

Werbeanzeigen

>> STREIK IN BREMEN <<

Am Freitag, den 23. August ruhten die Bänder im Daimler-Werk Bremen. 3.000 Kollegen legten für 75 Minuten die Arbeit nieder. Sie folgten damit dem Aufruf der Vertrauenskörperleitung der IG Metall. Der Grund? Es war durchgesickert, dass der Vorstand weitere Auslagerungen plant. Bislang waren verschiedene Bereiche der Dienstleistung betroffen. Jetzt soll es zum ersten Mal zu „Outsourcing“ in der Produktion kommen. 90 Beschäftigte könnte es erwischen.
In der letzten Ausgabe der „Alternative“ berichteten wir: „Bis 2014 sollen bei Mercedes 2 Milliarden Euro „gespart“ werden.“ Wir fragten: „Droht eine Welle von Auslagerungen?
Allmählich verdichten sich die Anzeichen, dass Zetsche einen weiteren Teil der bislang von der Stammbelegschaft erledigten Aufgaben an Fremdfirmen vergeben will. Die Oberen sagen sich offenbar: „Von BMW lernen, heißt siegen lernen.“ Bei BMW Leipzig bilden die Leiharbeiter und Werkvertrags-Kollegen bereits die Mehrheit.
Jetzt ist bei uns in Marienfelde eines wichtig: Augen und Ohren offen halten. Wenn bekannt wird, dass auch hier Auslagerungen drohen, muss schnell reagiert werden: Die Vertrauenskörperleitung sollte dann – wie in Bremen – sofort eine Informationsveranstaltung durchführen. Der Betriebsrat sollte diese Frage dann zum Hauptthema auf der Betriebsversammlung machen – falls die Zeit drängt, kann auch eine außerordentliche Betriebsversammlung einberufen werden. Auch Aktionen vor dem Werkstor könnten helfen, um Druck zu machen.
Wichtig ist aber auch eines: Der Kontakt zum Bremer Werk. Überhaupt muss der Schulterschluss zu den anderen Daimler- Belegschaften gesucht werden. – Die „Alternative“ gehört zur „Daimler-Koordination“, darüber stehen wir auch mit Bremer Kollegen in Verbindung. Wer mehr über den Ausstand an der Nordseeküste wissen will, kann uns jederzeit ansprechen.

  • Für die Ausweitung der IGMetall-Kampagne gegen den Missbrauch von Werkverträgen! Gerade im Bundestagswahlkampf muss der öffentliche Druck verstärkt werden!
  • Für gemeinsamen, koordinierten Widerstand gegen Auslagerung, Leiharbeit und Fremdvergabe – organisiert durch die Gewerkschaft!

# Diesen und noch weitere Artikel findest du in unserer letzten Ausgabe Nr.43.

Droht eine Welle von Auslagerungen ?

Bis 2014 sollen bei Mercedes 2 Milliarden Euro „gespart“ werden. Dafür haben die MPS-Kräfte bei uns in Marienfelde und in den anderen Daimler-Werken jeden Stein umgedreht – und dem Vorstand in Stuttgart Bericht erstattet. Mittlerweile wissen wir mehr: Die Herren Zetsche und Co. wollen in großem Stil auf Werkverträge setzen.
Am 22. Mai schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: „Inzwischen wird klar, dass es bei dem Sparpaket auch darum geht, einen Teil der intern bei Daimler erledigten und meist hochbezahlten Arbeit auf billigere externe Anbieter zu übertragen.“ Toll, dass wir das auch noch aus der Presse erfahren.
Im Mai gab es dazu auch ein Schreiben des Gesamtbetriebsrates (GBR) an die Beschäftigten: „Um zum Wettbewerb aufzuschließen, will der Vorstand künftig verstärkt Aufgaben im Dienstleistungs-, Logistik- und Entwicklungsbereich fremd vergeben. Das Unternehmen orientiert sich dabei an Wettbewerbern, bei denen in einzelnen Werken über 50 % der Wertschöpfung durch Fremdfirmen erbracht wird.
Weiter meinen die Kollegen Klemm und Brecht vom GBR: „Ergebnis einer solchen Unternehmenspolitik wäre, dass Fremdfirmen unreguliert bei Daimler auf dem Werkgelände – in unseren Fabriken und Büros – agieren und Stammbelegschaft ersetzt wird.

Höchste Zeit, dagegen aktiv zu werden:

  • Nein zum Missbrauch von Werkverträgen
  • Verbot von Leiharbeit – DGB-Tarifverträge mit Zeitarbeitsfirmen ersatzlos kündigen
  • Betriebsräte sollten gegen alle Werkverträge klagen, durch die aufgrund der ausgeführten Tätigkeiten Arbeitsverhältnisse direkt bei Daimler entstehen. Stattdessen sollte für Festeinstellungen gekämpft werden
  • Für eine breite, öffentliche Kampagne von IG Metall und DGB gegen Auslagerung, Werkverträge und Leiharbeit
  • Für ein tarifvertraglich gesichertes Veto-Recht gegen Werkvertrags-Missbrauch
  • Gegen Arbeitnehmer 2. und 3.Klasse: Wer auf dem Daimler-Gelände arbeitet, muss auch Daimler-Lohn bekommen

# Diesen und noch weitere Artikel findest du in unserer letzten Ausgabe Nr.42.

Des weiteren hier noch der Film vom SWR „Hungerlohn am Fließband“

OM 642 wird runtergefahren

Seit Langem wird bei uns über die Zukunft der Dieselmotor-
Produktion spekuliert. Diese Spekulationen
kann man sich langsam sparen. Denn inzwischen werden
Tatsachen geschaffen:

  • Reduzierung der Stückzahl
  • Reduzierung der Schichten von 2 auf anderthalb
  • „Freisetzung“ von ungefähr 40 Kollegen
  • „Freisetzung“ von ungefähr 15 Leiharbeitern

Auf der Daimler-Hauptversammlung am 10. April gab es von Zetsche mal wieder blumige Worte. So faselte er: „Integrität ist das oberste Gebot für unser Handeln.“ In der neuen Verhaltensrichtlinie soll, so Zetsche, von „gegenseitigem Respekt, Transparenz und Offenheit“ die Rede sein. Für die aktuell betroffenen Kollegen in Bau 70 müssen diese Worte wie blanker Hohn klingen.

Denn sie wurden nicht einmal rechtzeitig informiert. Es fanden keine offenen Gespräche über die neue Situation statt. Stattdessen teilte man ihnen von heute auf morgen mit, dass sie binnen weniger Tage in Bau 1 versetzt werden. Dabei hatten sich einige Kollegen für andere Tätigkeiten, zum Beispiel in Bau 24, beworben. Das interessierte die Vorgesetzten aber nicht. Wir fragen: Wo bleibt das Mitbestimmungsrecht bei Versetzungen?

Wenn der OM 642 runtergefahren wird, dann geht das alle Kollegen im Werk an. Schließlich hängen daran Hunderte von Arbeitsplätzen – direkt und indirekt. Was wir hier erleben, ist eine Operation am offenen Herzen! Schließlich ist die Motorenproduktion das Herzstück unseres Betriebs.

Sollte die Fertigung vom OM 642 komplett zum Erliegen kommen und wir für diesen Motor keinen Ersatz erhalten, würde Marienfelde das Kerngeschäft genommen.

Die Betriebsrats-Mehrheit hat wieder mal alles abgenickt. Und das auch noch vor der letzten Betriebsversammlung. Dabei hätten wir dort die Möglichkeit gehabt, gemeinsam über die neue Lage zu beraten. Nötig ist jetzt, alle Druckmittel zu nutzen: Zum Beispiel keine weitere Zustimmung von Wochenendarbeit, solange Arbeitsplatzvernichtung droht!

# Diesen und noch weitere Artikel findest du in unserer letzten Ausgabe Nr.41.
# Die DaimlerWorkersNews der Daimler Koordination findest du ebenfalls hier.

Achtung: MPS is watching you!

Jetzt ist es raus: 8,6 Milliarden Euro hat Daimler 2012 erwirtschaftet. Doch das reicht dem Vorstand nicht. Wie schreibt Dieter „Nimmersatt“ Zetsche in seinem Mitarbeiter-Brief? Daimler will „profitabel wachsen“ und „besser abschneiden als die anderen!“ Darum das neue „Effizienzprogramm“. Mindestens 2 Milliarden Euro sollen gespart werden. Und zwar jährlich. Die Rendite soll auf 10 % hochschnellen. Alles zu Lasten der Belegschaft. Nachdem der Vorstand in Stuttgart das Kommando gegeben hat, sind seine Truppen losgestürmt. Auch bei uns in Berlin wurden sie schon gesichtet. Sie gehören zum MPS. Das steht für „Mercedes-Benz Produktionssystem“.

Die MPS-Kräfte sollen alles unter die Lupe nehmen, jeden Stein umdrehen. Auf der Website von Daimler ist zu lesen, was mit MPS erreicht werden soll: eine „gezielte Implementierung von Lean-Projekten“. Lean heißt so viel wie schlank. Die Produktion soll also „abnehmen“. Das „Manager-Magazin“ vom 18.10. berichtet, dass Mercedes laut einer internen Projektgruppe 8-10.000 Mitarbeiter zu viel hätte. Im Angestelltenbereich ist jetzt von der „lean administration“ die Rede. Auch das verheißt nichts Gutes … Die MPS-Kräfte sind nur quartalsweise im Einsatz, danach kehren sie nach Stuttgart zurück und sollen dort Bericht erstatten. Über uns; darüber, wo sich noch sparen lässt.

Im Jahr 2012 gingen bundesweit 59 Millionen Arbeitstage verloren, weil Stress Kollegen fertig gemacht hat. Die Arbeitshetze führt zu einer massiven Zunahme psychischer Erkrankungen – mittlerweile der Hauptgrund für die Frührente. Wenn der Daimler-Vorstand mit seiner Politik durchkommt, dann wird es noch mehr Arbeitslose, Kranke und Frührentner geben.
Nein zu Sparprogrammen auf Kosten der Beschäftigten. Sparen wir uns lieber diesen Vorstand

# Diesen und noch weitere Artikel findest du in unserer letzten Ausgabe Nr.40. #

Zwangsurlaub nach Silvester?

Wer freut sich zum Jahresende nicht auf ein paar freie Tage im Kreis seiner Lieben? Aber wenn die Freunde und Verwandten nach Weihnachten abreisen und die Kinder wieder zur Schule müssen, dann macht es keinen Spaß mehr, zu Hause zu bleiben. Aber genau das könnte uns jetzt blühen. In einem Daimler-Werk nach dem anderen wird derzeit die Produktion gedrosselt. In Bremen und Stuttgart ist von einer mehrwöchigen Weihnachtsruhe die Rede. Und bei uns? Hinter den Kulissen liefen bereits Diskussionen über zwei Tage Betriebsruhe im November. Bei der Montage der B-Klasse soll der Weihnachtsurlaub nun schon Mitte Dezember beginnen. Die Bänder der C-Klasse sollen bis zur 2. Januarwoche still stehen, bei der E-Klasse noch länger.

Wenn wir nach Neujahr dazu verdonnert werden sollten, ein paar Tage oder Wochen länger zu Hause zu bleiben, dann fehlen uns diese Wochen später für den Familienurlaub, für die Reise zu Omas 80. Geburtstag oder für ein verlängertes Wochenende zum Auswärtsspiel von Hertha. In der Werbung wird der Urlaub als „die schönste Zeit des Jahres“ bezeichnet. Aber was hat man davon, wenn man den Urlaub nicht mit der Familie abstimmen kann und wenn er sich nicht längerfristig planen lässt? In Arbeitgeberkreisen macht neuerdings die Idee von der „atmenden Arbeitszeit“ die Runde. Wenn‘s brummt, soll die Belegschaft Überstunden kloppen, wenn die Aufträge zurückgehen, soll man weg bleiben. Nichts Neues, die Flexibilisierung soll nur noch heftiger werden.

Womit das Gesundheitsrisiko rapide zunimmt: Die Arbeitszeit „atmet“, der Rubel rollt und der Kollege röchelt … Keine Frage, in der Autoindustrie kriselt es wieder. Es ist aber nicht einzusehen, dass das auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Auch dieses Jahr erwartet Daimler einen Gewinn von gut 8 Milliarden Euro. Darum sollen die Manager und Großaktionäre, die sich jahrelang die Taschen vollgemacht haben, jetzt auch für die Kosten der Krise aufkommen!
Für die Einführung einer „Erholungspause“, wie sie vor 40 Jahren in Baden-Württemberg erkämpft wurde: Die „Steinkühler-Pause“ – 5 Minuten zusätzlich in der Montage
Feste Verträge für Leiharbeiter

# Diesen und noch weitere Artikel findest du in unserer letzten Ausgabe Nr.39. #