Fremdvergabe = Lohndumping + Spaltung

2014 stieg der Daimler-Umsatz um 10 %. Der Jahresgewinn schnellte sogar um 25 % in die Höhe – auf 10 Milliarden Euro. Wir Kollegen waren wieder fleißig, aber die Vorstände und Großaktionäre sahnen ab – allen voran Zetsche mit 8,36 Millionen Euro.
„Wir feuern aus allen Rohren“, so Zetsche. Was tun, wenn gefeuert wird? Reißaus nehmen? In Deckung gehen? Kugelsichere Westen anlegen?
Fakt ist: Ein Mittel zur Profitmaximierung sehen Zetsche und Co. darin, immer mehr Bereiche – und damit Arbeitsplätze – auszulagern. So werden Löhne gedrückt und Tarifverträge unterlaufen.
Früher beschäftigte Daimler noch eigene Köche, Klempner, Pförtner, Staplerfahrer, Reinigungskräfte. Heute übernehmen Grohmann Logistik GmbH, Formel K GmbH, WISAG Sicherheit & Service GmbH, Rehnus Logistics und und und bei uns diese Aufgaben. Viele von ihnen beschäftigen Zeitarbeiter.
In Bremen droht Fremdvergabe in der Produktion. In verschiedenen Werken sollen künftig Achsen und Getriebe nicht mehr bei Daimler hergestellt werden.
Das sind Angriffe auf uns alle. Denn Billigjobs im Werk erhöhen den Druck auf die Stammbelegschaft ebenfalls billiger zu werden. Gleichzeitig nimmt der Arbeitsumfang zu.
Wir fragen: Was passiert bei der Logistik, was wird aus der Instandhaltung ?
Weiteres Outsourcing muss verhindert werden. Außerdem muss der Betriebsrat sich dafür einsetzen, dass nicht nur Komponenten zu uns kommen, sondern zum Beispiel auch der M254 ZK oder die Montage (bei anständigen Arbeitsbedingungen).
Und noch was: Abgesehen davon, dass viele Werkvertrags-Beschäftigtem weniger bekommen, wird ihnen – wie den 100-prozentigen Tochterfirmen – auch die Ergebnisbeteiligung vorenthalten.
Wer auf Daimler-Gelände arbeitet, muss auch Daimler-Lohn bekommen.

# Diesen und noch weitere Artikel findest du in unserer letzten Ausgabe Nr.49.

Advertisements